Geschichte 1

Klaus G., 40 Jahre alt und geschieden, hat es geschafft: Seit Ende vergangenen Jahres ist er schuldenfrei. Vor 5 Jahren sah es noch düster für ihn aus: Klaus G. war verzweifelt, bekam kein Geld mehr von der Bank, die Miete war im Rückstand, der Arbeitsplatz in Gefahr. Nach einem Suizidversuch hatte er durch die Umsicht seines Arbeitgebers zur Schuldnerberatungsstelle gefunden. Durch die Hilfe des Beraters ist es gelungen, mit der Bank einen Ratenvertrag auszuhandeln, den Klaus G. mit seinem knappen Budget erfüllen kann. Auch ein notwendiger Umzug und Zahnersatz konnte finanziert werden. Er hat sein Finanzverhalten und sein Verhalten gegenüber seiner Familie geändert. Seinen Arbeitsplatz durfte er auch behalten. Heute geht es ihm wieder gut und er blickt mit Zuversicht in die Zukunft.

Geschichte 2

Vera H. verliebte sich in einen wesentlich älteren Mann. Beide heiraten und es kommen kurz nacheinander zwei Kinder. Der Mann gründet wegen „kleinerer Schulden von früher“ eine Firma auf den Namen von Vera H.. Plötzlich bekommt sie Rechnungen, Mahnungen und sogar gerichtliche Mahnbescheide. Als wegen eines geplatzten Wechsels. Als Strafanzeige gegen sie erstattet wird, wendet sie sich (ohne ihren Mann) an die Schuldnerberatung. Ein erster Überblick ergibt einen Schuldenberg von ca. 300.000 €. Vera H. kann nicht glauben, dass ihr „Traummann“ sie so hintergangen hat. Es kommt zur Trennung. Unterhaltszahlungen für Frau und Kinder leistet der Mann nicht.
Inzwischen ist die Situation äußerlich stabil, der Lebensunterhalt ist durch Teilzeitarbeit und Sozialleistungen gesichert. Der Schuldenstand ist allerdings höher als ursprünglich angenommen. Ein Insolvenzverfahren kommt für Vera H. aus Scham noch nicht in Frage. Sie hat gelernt, dass sie mit den Schulden leben muss.

Geschichte 3

Petra F. erlag den Versuchungen der Konsumwelt. Sie bestellte Kleidung und Möbel im Versandhaus, leistete sich ein Handy, ein Auto wurde auf Kredit finanziert. Am Ende hatte sie 17.000 € Schulden. Dann verlor sie unerwartet ihre Arbeitsstelle. Petra F. konnte ihre Raten nicht mehr bezahlen. Die Folge waren Mahnungen, Pfändungen und Besuche des Gerichtsvollziehers. Das Auto wurde gepfändet. Schließlich musste sie eine eidesstattliche Versicherung mit Offenlegung der gesamten Vermögensverhältnisse abgeben. „Diese Zeit war die schlimmste in meinem Leben“, sagt sie heute. Ihre Schulden erhöhten sich durch aufgelaufene Zinsen inzwischen auf über 20.000 €.
Mit Hilfe der Schuldnerberatungsstelle wurde ein Haushaltsplan aufgestellt.  Nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit fand sie auch wieder eine Arbeitsstelle. Mit einigen Gläubigern konnte ein Teilverzicht ausgehandelt werden. Kleine  Forderungen hat sie in monatlichen Raten abgezahlt. Auch Petra F. blickt wieder mit Zuversicht in die Zukunft.

Geschichte 4

Andreas M. ist erst Anfang 20, doch er sitzt schon auf einem Schuldenberg, den er aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen kann. Er hatte sich nie überlegt, was das Leben kostet, wenn er von zuhause auszieht und für alles selbst aufkommen muss. Wenn er Schulden mit seinem Handy machte, half seine Mutter lange Zeit aus. Sein Girokonto ist überzogen und die Bank hat ihm inzwischen das Konto gekündigt, weil er mit seinem Azubi-Gehalt die Überziehung nicht abzahlen kann. Dies hatte auch zur Folge, dass  Daueraufträge für Miete, Strom und einem Kredit bei einer anderen Bank nicht mehr ausgeführt wurden. In dieser ausweglosen Situation wandte er sich an die Schuldnerberatung.
In mehreren Beratungsgesprächen wurden mit ihm die Ursache der Überschuldung und seine finanziellen Möglichkeiten geklärt. In Verhandlungen mit den Gläubigern konnten Stundungen bzw. realistische Ratenzahlungen ausgehandelt werden, die er nach Abschluss seiner Lehre bezahlen kann, um nach und nach den Schuldenberg abzubauen.

Weitere Geschichten

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